Ernesto Guevara de la Serna, genannt Che
* 14. Juni 1928 in Argentinien
† 9. Oktober 1967 in Bolivien),
Arzt, Politiker, Guerillaführer, Autor.
Verkehrte Welt?
Als der damalige Präsident der Kubanischen Nationalbank - Ernesto Guevara - am 15. Dez. 1960 zu einem Kurzbesuch in Leipzig weilte, war das der Leipziger Volkszeitung noch nicht einmal eine Erwähnung wert. Heute, 50 Jahre danach und 43 Jahre nach seinem Tod, widmet die "gleiche" Zeitung diesem Ereignis größere Aufmerksamkeit. In einem längeren unkritischen Beitrag lässt sie Volker Kühlow, Historiker und MdL der Linkspartei, zu Wort kommen und feiert die spätere Che-Begleiterin Tamara Bunke - la Guerillera - als revolutionäre DDR-Ikone.
Merkwürdig. In der DDR ignoriert, im geeinten Deutschland gefeiert. Dass die Nichterwähnung Ches im Jahre 1960 damit zu tun haben könnte, dass er im Sommer desselben Jahres die Volksrepublik China besuchte und fast unmittelbar nach dem öffentlich ausgetragenen chinesisch-sowjetischen Zerwürfnis einen Handelsvertrag mit China unterzeichnete, ist auch heute noch keiner Erwähnung wert.
Rezeption
In der Außerparlamentarischen Opposition (APO) Westeuropas während der 1960er Jahre bis hin zur deutschen RAF beriefen sich einige auf Guevaras Thesen vom Guerillakampf oder wurden von Zeitzeugen wie Régis Debray inspiriert. Bei vielen Demonstrationen der Studentenbewegung wurde neben dem Porträt des führenden nordvietnamesischen Revolutionärs Ho Chi Minh und dem Mao Zedongs auch Guerrillero Heroico (Der heldenhafte Guerilla), ein berühmtes Abbild Ches, mitgeführt. Bis heute ist dieses in vielen Variationen verbreitete, stark kontrastierte Abbild Ches mit einem Barett, einem roten Stern und einem über den Betrachter weisenden Blick zu einer der bekanntesten Aufnahmen des 20. Jahrhunderts geworden. Das Bild wurde von dem kubanischen Fotograf Alberto Korda bei einem Staatsbegräbnis am 5. März 1960 aufgenommen, bei dem Guevara neben anderen offiziellen Trauergästen auf einer Tribüne stand. Nach dem Tod Guevaras wurde das Foto vom Verleger Giangiacomo Feltrinelli weltweit verbreitet. Mehr: Wikipedia http://bit.ly/fg3cev
Popstars
Albert Einstein wurde bereits zu Lebzeiten zum Popstar, Ernesto "Che" Guevara erst nach seiner Ermordung. T-Shirts, Poster und Nippes aller Art erinnern eher an einen Fußballer oder DSDS-Darsteller, als an einen Wissenschaftler oder Politiker.
Siehe auch:
E = mc² - Annäherung an Albert Einstein http://bit.ly/ajwjFp
Dafür ranken sich um beide Persönlichkeiten Mythen und Legenden, die einer nüchternen Würdigung abträglich sind. Es steht zu befürchten, dass, zumindest was Guevara betrifft, daran weiter eifrig gebastelt wird, wenn am 15. Dezember in Leipzig an seinen Blitzbesuch vor 50 Jahren erinnert wird.
Guevaras Rede vor der Vollversammlung der UNO am 11. Dezember 1964
http://bit.ly/eSagRX

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