Wenn ein Fürst geehrt werden soll,
werden die Schulen geschlossen,
wird die Arbeit eingestellt
und der Verkehr unterbunden.
KARL KRAUS

Die Erkenntnis, dass Zahlen das beste Mittel gegen Geschwätz in der Politik sind, hat sich noch nicht überall durchgesetzt. Brunhild Kurth, der sächsischen Schulministerin und gerade seit dem 22. März 2012 im Amt, scheint das jetzt zu dämmern. Denn auf die Frage, ob es am 4. September zum Crash kommt und die Schulen an die Wand gefahren werden, antwortet sie:

Es ist keine Aussage möglich, ob es am 4. September scheitern wird."

Schöner kann man das eigene Scheitern nicht formulieren. Da bedarf es nicht einmal einer Fürstenehrung.

Andere - wie die SPD-Expertin Eva-Maria Stange - hatten schon früher den spitzen Griffel ausgepackt. Sie rechnet vor, dass "die geplanten Neueinstellungen von 565 Stellen den tatsächlichen Verlust durch Altersabgang und Altersteizeit von 918 Stellen nicht ausgleichen." Gewerkschaften und Landesschülerrat sind zu gleichen Ergebnissen gelangt.

Gewerkschaften warnen vor Schul-Chaos ab 4. September
Protestiert werden soll gegen das von der Regierungskoalition beschlossene "Bildungspaket". Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, der Lehrerverband, der Philologenverband sowie der Lehrerverband Berufliche Schulen erwarten mehrere Tausend Teilnehmer. Die Aktion zum "Bildungspaket Sachsen 2020" beginnt um 15.30 Uhr vor dem Finanz- und Kultusministerium am Carolaplatz und endet mit einer Kundgebung vor dem Landtag. Dort findet bereits vorher eine gemeinsame Aktion der LIGA, der GEW und der Stadtelternräte im Kita-Bereich unter dem Motto "Große Sprünge für die Kleinen" statt.